Der Kreisverband des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) begrüßt die Pläne der Stadtverwaltung zum Umbau der Neubaustraße

Der Kreisverband des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) bewertet die Planungenzur Umgestaltung der Neubaustraße positiv. „Es ist sehr zu begrüßen, dass eine Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität in diesem Bereich bewirkt werden soll“, sagt Thilo Wagenhöfer, Mitglied im Vorstandsteam des ADFC. Bisher sei die Straße durch das starke KFZ-Verkehrsaufkommen, die hohen Geschwindigkeiten und den überhöhten Lärmpegel nicht sehr attraktiv für Fußgänger und Radfahrende. Die errechnete deutliche Reduzierung des KFZ-Durchlaufs und der Wegfall der Parkplätze zugunsten von Grünflächen und Baumpflanzungen würden die Aufenthaltsqualität der Straße spürbar verbessern.
Darüber hinaus sollte auch die Einrichtung einer Tempo-30-Zone anvisiert werden. „Das würde den Autofahrern nicht weh tun, aber für erhöhte Sicherheit von Fußgängern und Radfahrenden sorgen“, so Wagenhöfer.
Dass der Radverkehr weiterhin in beiden Richtungen fahren kann, wird als entscheidender Bestandteil der Planungen gewertet. „Es wäre ja nicht zu vermitteln, dass die Stadt als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern, der AGFK, dies nicht täte,“ meint Hans-Jürgen Beck von der Verkehrsgruppe des ADFC und Beisitzer im Vorstand. Gerade die Öffnung von Einbahnstraßen für den
Radverkehr in Gegenrichtung ist ein wichtiger Bestandteil des vor kurzem vom Stadtrat einstimmig  verabschiedeten Radverkehrskonzeptes.
Die Kritik mancher Gastronomen an den Plänen der Stadt kann vom ADFC nicht nachvollzogen werden. Vielleicht sei man ja immer noch zu sehr an den Bedürfnissen von Gästen orientiert, die mit dem KFZ bis vor die Eingangstür fahren wollen. „Das ist schon lange nicht mehr zeitgemäß“, sagt Beck. „Viele Städte entdecken Radfahrer als entscheidende Kunden für Einzelhandel und Gastronomie und haben ihre Fixierung auf Parkplätze aufgegeben.“ Es sei nicht nur der enorme Platzbedarf, der für den Parkverkehr benötigt wird, sondern auch die Belästigungen des Parkplatzsuchverkehrs, die reduziert werden müssen. Immer wieder wird in Studien für Würzburg, so auch im Parkraumkonzept der Stadt, festgestellt, dass genügend Parkplätze in Parkhäusern zur Verfügung stehen und diese nicht ausgelastet sind. Insofern zeigt der ADFC auch kein
Verständnis für diejenigen Stadträtinnen und Stadträte, die auf Grund des Wegfalls der Parkplätze gegen die Vorlage der Verwaltung gestimmt hatten. Selbstverständlich hofft auch der ADFC, dass sich Befürchtungen der Gastronomen bezüglich einer langen Bauzeit nicht bewahrheiten.
Der ADFC betont auch, dass die Bedenken der Polizei, nicht mehr schnell und ungehindert ihre Einsätze fahren zu können, ernst genommen werden müssen.
Wagenhöfer: „Aber dafür lassen sich im gegenseitigen Einvernehmen und mit beiderseitigem guten Willen sicher konstruktive Lösungen finden. Dies sollte nicht der Grund sein, die Planungen von vornherein ad acta zu legen.“
Wichtig bei den Planungen ist für den ADFC auch, mögliche Nebeneffekte auf die Sanderstraße zu berücksichtigen. „Es wäre wenig hilfreich, wenn diese ohnehin schon überlastete Straße zusätzlichen KFZ-Ausweichverkehr aufnehmen müsste,“ meint Beck.
Für Radfahrende sei es kein Vergnügen, dort beständig von Autos bedrängt zu werden.
Ein Konzept für diese Straße sei ebenfalls dringend notwendig.

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