Stadtrat beschließt: Würzburg wird fahrradfreundlich!

ADFC begrüßt die Bewerbung der Stadt um Aufnahme in die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern“
Nun folgen den Worten Taten! Der Würzburger Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause ohne Gegenstimme beschlossen, einen Antrag auf Aufnahme in die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern“ (AGFK Bayern) zu stellen und möchte „alle Anstrengungen unternehmen, um 2015“ in diese Arbeitsgemeinschaft „aufgenommen zu werden“. Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e.V.), Kreisverband Würzburg, begrüßt diese Entscheidung - verpflichtet sich doch damit die Stadt, eine „fahrradfreundliche Infrastruktur zu schaffen, zu pflegen und zu erhalten“.
Zum Hintergrund dieses Stadtratsbeschlusses: Die landesweite Arbeitsgemeinschaft wurde im Mai 2011 ins Leben gerufen und im Februar 2012 offiziell gegründet. Begleitet und unterstützt wird diese Initiative durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, den Bayerischen Städtetag, den Bayerischen Gemeindetag, den Bayerischen Landkreistag und dem ADFC Landesverband Bayern. Zur Zeit sind 38 bayerische Städte oder Landkreise Mitglieder der AGFK, aus Unterfranken bisher die Stadt Aschaffenburg. Die beigetretenen Kommunen verpflichten sich zum konsequenten Ausbau eines Radverkehrsnetzes und zur Verwirklichung einer fahrradfreundlichen Mobilitätskultur.
Seit Frühjahr 2012 hat sich die städtische Verwaltung intensiv darum bemüht, die Aufnahme in die AGFK voran zu treiben. Im April 2013 führten Vertreter der AGFK mit der städtischen Verwaltung eine ganztägige Vorbereisung durch, bei der etliche Schwachstellen erörtert wurden. Dies mündete in einen Forderungskatalog der AGFK an die Stadt, in dem erhebliche Verbesserungen eingefordert wurden. Dieser Forderungskatalog hat nun Eingang in den Stadtratsbeschluss gefunden.
Unter anderem verpflichtet sich die Stadt darin, „einen flächendeckenden Gesamtplan mit Haupt- und Nebenachsen“ für den Radverkehr zu erstellen, „künftig die Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf den Radverkehr“ zu „verstärken“ und zu „fördern“, „um die Wertschätzung des Radverkehrs in den öffentlichen Fokus zu rücken“ und „die jeweils notwendigen Haushaltsmittel zur Durchführung der erforderlichen Maßnahmen in den Haushalt“ einzustellen.
„Die prinzipielle Förderung eines fahrradfreundlichen Klimas in der Stadt ist von enormer Bedeutung“, betont Hans-Jürgen Beck, Mitarbeiter im AK Stadtverkehr des ADFC. „Dazu gehören ein offensives Marketingkonzept pro Fahrrad, Bürgerinformationen und auch fahrradbezogene Dienstleistungen. Gleichzeitig müssen zeitnah Unfallschwerpunkte entschärft werden, ebenso für den Radverkehr schwierige Verbindungen deutlich verbessert werden, wie z. B. die Löwenbrücke, der Röntgen- und der Haugerring und der Berliner Ring.“
„Wenn Würzburg aufgenommen wird, würde dies einen Meilenstein in Richtung Fahrradfreundlichkeit bedeuten“, meint Thilo Wagenhöfer, Vorstandsmitglied im Kreisverband Würzburg des ADFC. Eine konsequente Fahrradverkehrsförderung entspräche auch dem von der Stadt Würzburg klar deklarierten Ziel, den klimaschädlichen Kohlendioxid- Ausstoß bis zum Jahr 2020 auf die Hälfte zu reduzieren. 32 Prozent der Würzburger Kohlendioxid-Emissionen stammen derzeit aus dem Verkehr – mit steigender Tendenz!
Eine Verlagerung des innerstädtischen Verkehrs hin zum Fahrradfahren, zum Zu-Fuß-Gehen und zum öffentlichen Nahverkehr ist daher geboten.
„Jetzt bleibt zu hoffen, dass es der Stadt bis zum Jahr 2015 tatsächlich gelingt, die Mindestvoraussetzungen für die Aufnahme zu erfüllen“, sagt Beck. „Angesichts der jetzigen unbefriedigenden Situation für den Fahrradverkehr stellt dies eine ambitionierte Aufgabe dar, die man nur bewältigen kann, wenn sie als zentrales Anliegen angesehen wird.“

Stadtratbeschluß zum Antrag der Stadt Würzburg auf Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK Bayern)


Infos zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern unter
www.agfk-by.de.
Thilo Wagenhöfer (Vorstandsmitglied im ADFC, Kreisverband Würzburg)
Hans-Jürgen Beck (Arbeitskreis Stadtverkehr im ADFC, Kreisverband Würzburg

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