Forderung des BUND Naturschutz, ADFC und VCD zur umfassenden Tempo 30 - Zone in Würzburger Innenstadt vor der Umsetzung? – Stadt reagiert auf erhebliche Feinstaubbelastung

„Nun scheinen die Stadtverantwortlichen endlich zu reagieren“, freut
sich Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BUND Naturschutz Würzburg.
„Das "Feinstaubgutachten" brachte es an den Tag: Die Belastungen für
die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Würzburg sind erheblich – es
muss dringend gegengesteuert werden“. Neben der Einrichtung einer
Umweltzone haben sich Oberbürgermeister und Umwelt- und
Planungsausschuss auch für die Ausweisung einer großflächigen
Tempo 30-Zone ausgesprochen. Bereits im Juli 2013 haben dies die
örtlichen Verbände von BUND Naturschutz, ADFC und VCD
(Verkehrsclub Deutschland) von der Stadt gefordert – damals noch
ohne Resonanz seitens der Stadtverantwortlichen.

„Die Stadt Würzburg zählt bayernweit zu den Städten mit der höchsten
Feinstaubbelastung. Die Würzburger Kessellage begünstigt diese Problematik“, so Hans-Jürgen Beck vom Kreisvorstand des BUND Naturschutz. Eine umfassende Tempo 30 - Zone in der Innenstadt wäre ein wichtiger Schritt zur Entschärfung dieser für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger gefährlichen Situation.
„Denn gerade in der Innenstadt könnte man durch diese
Geschwindigkeitsreduktion den „Verkehrsfluss“ bei niedrigeren
Geschwindigkeiten verstetigen und damit die Schadstoffemissionen reduzieren“, erläutert Thilo Wagenhöfer vom ADFC. „Zudem verringert sich bei niedrigeren Geschwindigkeiten die Belastung der Luft mit Feinstaub PM 10 durch eine geringere Aufwirbelung von Straßenstaub sowie von Reifen-, Bremsen- und Straßenabrieb. Auch der CO2-Ausstoss wird reduziert, das Klima damit geschont. Lärmemissionen gehen zurück“, ergänzt Steffen Jodl (BN).

Eine Tempo 30-Zone rettet aber auch Leben aufgrund einer nachweislich erhöhten Verkehrssicherheit. Die Zahl der Verkehrsunfälle bei Tempo 30 geht um 40 Prozent zurück, die Verletzungsrisiken bei einem Zusammenprall von Fußgänger und Pkw sind wesentlich geringer als bei Tempo 50.

Tempo 30 dient zudem der Förderung des Radverkehrs, dem sich die Stadt durch ihren Aufnahmeantrag in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V. verschrieben hat. Radfahrende können dadurch wesentlich besser im Verkehr mitschwimmen – gerade dort, wo aufgrund des baulichen Endes eine Ausweisung von eigenen Radwegen unmöglich ist.

In diesem Zusammenhang findet auch die derzeitige Erweiterung der
Fußgängerzone in Eichhorn- und Spiegelstraße unsere volle Zustimmung. Die
Lebens- und Erlebnisqualität von Anwohnern, Besuchern und Einkaufenden steigt durch den Wegfall des Parkplatzsuchverkehrs enorm. Da Würzburg zu den Städten gehört, welche das Radfahren in der Fußgängerzone gestatten, sich dies zudem über viele Jahre hinweg bewährt hat, wäre dies auch ein weiterer Baustein zur Förderung des Radverkehrs.

gez.
Steffen Jodl
BUND Naturschutz Würzburg

Thilo Wagenhöfer
ADFC Würzburg

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